Wir sehen jeden Tag tolle Webseiten mit tollen Effekten. Geniale Designs inspirieren auch mich für neue Projekte. Dabei vergessen wir aber oftmals uns auf das wesentliche zu konzentrieren, den Inhalt und was der Kunde benötigt.

Was bringen uns also die vielen Effekte, Animationen, Mouse-Over, Slideshows und und und? Sie sollen den Betrachter dazu animieren länger auf einer Webseite zu verweilen.

Helfen also die vielen Effekte ein besseres Layout zu erstellen?

Nicht wirklich, aber eine Webseite bekommt durch dezent eingesetzte Animationen und Effekte einen besonderen Stil. Beim Austausch mit Kollegen merke ich schnell, dass jeder die Effekte und neuen Animationen nutzen möchte und eine noch bessere Webseite erschaffen möchte als die davor.

Da stellt sich die Frage, warum nicht eine klassische einfache Webseite erstellen mit dem Fokus auf das Wichtigste?

Auf den Nutzen kommt es an

Vor jedem Layout oder vor jeder Umsetzung sollten wir uns überlegen, welchen Zweck eine Webseite erzielen soll. Meist geht es um reine Informationen, die schnell konsumiert werden sollen. Die meisten Besucher sind ein paar Sekunden bis max. 2 Minuten auf einer Webseite. Eine verdammt kurze Zeit. Manchmal ist es dann doch besser, sich auf das Wesentliche zu Konzentrieren und die Seite einfach zu halten. Also den Fokus auf die Informationen zu lenken.

Das Konzept muß stimmen

Am Anfang einer jeden Seite steht erstmal das Konzept. Welche Informationen möchte die Webseite dem Betrachter liefern und was nutzen diese. Steht das Konzept kommt der Inhalt. Dabei merke ich oft sehr schnell, dass ein Großteil der gewünschten Inhalte viel zu viel sind und den Betrachter meist wenig interessieren.

Ich hatte gerade ein eigenes Projekt, bei dem mir das klar war. Ich brauchte eine neue Seite für meine Musik. Toll soll sie sein, neues Design, neue Technologien, Effekte, alles eben, was ich im Netz an Beispielen gefunden habe. Nachdem ich mir einen Plan gemacht hatte, bemerkte ich, dass dieses Webprojekt Wochen in Anspruch nehmen würde, Zeit, die ich lieber zum Komponieren verwenden wollte.

Also zurück an den Schreibtisch und alles überdenken.

Neues Ziel: Die Seite soll in wenigen Stunden fertig sein. Für den Anfang war mir klar, wer meine Musik hören möchte, geht auf Soundcloud, Bandcamp, iTunes oder Amazon. Dort gibt es die Musik als Stream oder Download zu kaufen. Also habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Zu wem gehört die Seite?
  2. Was mache ich?
  3. Was möchte ich erreichen?

Die Antworten waren schnell gefunden:

  1. Renard Ventura
  2. Komponieren, Elektronische Musik, Didgeridoo und Obertongesang
  3. Ich möchte gerne, dass Menschen auf meine Musik aufmerksam werden, sie hören und kaufen.

Da ich momentan keine aktuellen Gigs habe, reicht dies vorab. Eine Überarbeitung kommt dann, wenn das neue Album fertig ist und beworben wird.

Layout neu überdacht

Die Seite ist noch nicht fertig, erfüllt aber im jetzigen Status ihren Zweck. Ich habe dann meine neue Musikerseite mit einem kleinen Intro ausgestattet und weiter eben nur meine im Verkauf erhältlichen Alben aufgelistet, sowie mein aktuelles Album an dem ich arbeite.
Keine großen Effekte, keine Slideshows oder was das Web sonst noch so bereit hält. Einfach informativ und funktionell mit dem Ziel den User schnell zum Ziel zu bringen. Also wurden neben der Kurzinfo zum Album auch sämtliche Links zu den Shops und Sozialen Medien auf die Webseite gestellt.

Die eigene Note mit einbringen

Doch ganz ohne Design geht es doch nicht. Jetzt habe ich ein gutes plakatives Logo. Dazu kommt noch eine saubere Typographie und fertig war die Seite. Die Typographie finde ich besonders wichtig und dank der Webseitentools wie Divi, Elementor oder andere haben wir genug Möglichkeiten den Text wirken zu lassen.

Die Seite ist noch nicht fertig, es fehlen noch ein paar wichtige Informationen, aber für den Anfang kann ich gut schlafen und ich habe genau das was ich im Moment bnötige. Ich habe bewußt auf eingebette Player verzichtet (evt. kommt das noch später), da die meißten die Musik über die oben erwähnten Kanäle konsumieren. Die Webseite ist also eher eine Hilfsseite, die den User zum richtigen Link  führt.

Was bedeutet das für mich als Designer?

Dieses Projekt hat mir mal wieder gezeigt, dass es auch einfach geht und trotzdem schön. Wenn ich das auf meinen Beruf als Designer und entwickler betrachte, bedeutet das, dass es eine Vielzahl an neuem Potential und Kunden gibt, die genau das benötigen. Eine einfache und informative Seite, die schnell erstellt ist.

Weitere Beispiele

Bluebird-Band

Abschließende Bemerkungen

Das heißt jetzt nicht, dass wir auf alle Effekte und Möglichkeiten verzichten sollen, denn eine Schöne Webseite mit tollen Effekten, die zum Kunden und seinen Bedürfnissen passt ist nach wie vor ein Aushängeschild und bleibt evt. besser im Gedächtnis des Betrachters.

Auf der anderen Seite gibt es viele Kunden und Projekte, die schnell und einfach umgesetzt werden können und trotzdem schön zu betrachten sind. Darum macht es durchaus Sinn auch sehr einfache Standardseiten zu erstellen auf die man stolz sein kann. Außerdem sind einfache Seiten ein wunderbarer Einstieg sich mit seinem Webseitentool vertraut zu machen.

Dieses Beispiel soll zeigen, dass es nicht immer notwendig ist etwas Neues, noch nie dagewesenes zu erstellen.

Webseiten und ihre Besucher sind zum Glück vielfältig und das ist gut für uns Designer und Entwickler. Jede Seite ist also doch irgendwie einzigartig, auch wenn das Layout Standard ist, oder gerade deswegen.

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